Badenova investiert rund 1,5 Millionen Euro ins Neuenburger Stromnetz
Die Badenova wird in den nächsten Jahren rund 1,5 Millionen Euro in die Ertüchtigung des Neuenburger Stromnetzes investieren. Angesichts der Häufung von Stromausfällen in den vergangenen Monaten stellten sich Mathias Nikolay, im Badenova-Vorstand zuständig für Technische Dienstleistungen und die Badenova Netz GmbH, sowie der Geschäftsführer der Netzgesellschaft Volker Geis, den Fragen der Gemeinderäte und im Anschluss ihren Vortrag im Vorraum des Sitzungssaales auch den kritischen Fragen von zwei Neuenburger Bürgern.
Nikolay verwies zunächst auf die langjährigen Geschäftsbeziehungen zu Neuenburg, die mit dem Aufbau der Gasversorgung in den 1970er Jahren ihren Anfang nahmen. Insgesamt zählt die Badenova 1100 Gasanschlüsse in der Stadt und liefert über ihr Netz jährlich rund 80 Millionen Kilowattstunden Erdgas. Seit 2011 betreibt die Badenova auch die Stromversorgung mit rund 2700 Hausanschlüssen in der Stadt und einer gelieferten Strommenge von rund 100 Millionen Kilowattstunden. Dass die Stadt Neuenburg einer der größeren Neugesellschafter der Badenova sei, sei es Usus, dass der Vorstand bei solchen Anlässen zur Verfügung steht, erklärte Nikolay. Die Beziehung zu Neuenburg sei mehr als eine Geschäftsbeziehung sondern eine Partnerschaft auf Augenhöhe, so das Badenova-Vorstandsmitglied.
Volker Geis erläuterte die aufgetretenen Probleme, die erstmals bereits mit der Netzübernahme zum 1. Januar 2012 aufgetreten seien. Die Häufigkeit der Stromausfälle und die lange Ausfallzeit seien zwar auffällig, die Ursachen an sich jedoch nicht ungewöhnlich. In drei Fällen seien fehlerhafte Übergangsmuffen zwischen zwei 20-Kilovolt-Kabeln die Ursache gewesen, die zwischen 2000 und 2010 eingebauten Muffen hätten nicht die sonst übliche Lebensdauer von 30 Jahren erreicht. Verursacht eine dieser Muffen einen Kurzschluss, werden durch die auftretende Überspannung auch die anderen fehlerhaften Muffen in Mitleidenschaft genommen, so dass es zu einer Kettenreaktion kommt. Hinzu kämen weitere Störungen, die durch Kabelfehler, Vorschädigungen durch frühere Tiefbauarbeiten an Kabeln, Schutzversagen in Kundenanlagen, defekte Wandler in Übergabestationen, einen Brand in einer Trafostation sowie in einem Fall durch einen Specht der einen Kurschluss verursacht habe.
Dass die Ausfälle in Neuenburg so gravierend waren liege an der Netzinfrastruktur, die mit dem Wachstum der Stadt nicht mitgehalten habe. So hange die Komplette Innenstadt mit 29 Trafostationen an nur einer 20-kV-Freileitung die vom Umspannwerk in Müllheim komme. Hier soll eine weitere Zuleitung den Engpass beseitigen. Außerdem ist der Neubau einer zusätzlichen ferngesteuerten Schaltstelle geplant, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. In diesem Zusammenhang soll auch das Stromnetz in der Innenstadt in vier unabhängige Bereiche aufgeteilt werden. Gleichzeitig sollen die bestehenden 20-kV-Leitungen verstärkt werden.
Die Kosten für den Neubau der 2350 Meter langen zweiten Einspeiseleitung - die als Erdkabel verlegt werden soll - wird von der Badenova auf rund 250.000 Euro geschätzt. Der Schalthausneubau ist mit rund 700.000 Euro veranschlagt. Diese beiden wichtigsten Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr verwirklicht werden. Als weitere Maßnahmen sind in den nächsten vier Jahren weitere Leitungsneubauten für 270.000 und 150.000 Euro vorgesehen. Zudem sind für die Trafostationen rund 130.000 Euro vorgesehen. Insgesamt will die Badenova über 1,5 Millionen Euro in das Neuenburger Stromnetz investieren. mps