Zukunftswerkstatt Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen in Neuenburg am Rhein
Am 13.11. konnte Bürgermeister Schuster zahlreiche Vertreter aus Schulen, Vereinen und vom Gemeinderat zur Zukunftswerkstatt begrüßen, bevor er das Wort an den Referenten Udo Wenzel vom Landesjugendring Baden-Württemberg übergab.Großartige Vorarbeit leisteten am Vorabend, so Wenzel, zahlreiche Jugendliche, die im Stadthaus folgende Themen bearbeiteten: „Was macht ihr in eurer Freizeit?“, „Projekte, Ideen, Anregungen.“ und „Wer macht mit?“ Groß ist demnach der Wunsch vieler Jugendlicher nach der Bildung eines Jugendrates „von allen, für alle“, in dem sich alle Jugendlichen vertreten sehen. Gerade auch die Jugendlichen, die sich keiner Gruppierung zugehörig fühlen. Dieses Ansinnen deckt sich auch mit der Forderung, die Udo Wenzel formulierte. Erfolgreiche Jugendarbeit beinhalte immer die Einbindung und Beteiligung von Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen. Denn nur wer sich als Jugendlicher engagiert und damit Erfolg hat, wird sich auch als Erwachsener für das Gemeinwohl einbringen.
Ziel einer Kommune mit echtem Interesse an Beteiligung von Jugendlichen müsse es sein, so Wenzel weiter, Kinder und Jugendliche verlässlich an Entscheidungen zu beteiligen. Dabei ist eine Begleitung von Erwachsenen zwingend notwendig.
Nach dem kurzweiligen und informativen Referat erläuterten Samed Erkus, Tobias Anlicker und Daniel Orth mit Unterstützung von Stadtjudendpfleger Wolfgang Gerbig und Schulsozialarbeiter Martin Doll die Ergebnisse des Meetings vom Vorabend. Dabei war das Spektrum, was Jugendliche in ihrer Freizeit machen, erwartungsgemäß groß. Es reiche, so Samed Erkus, von sportlichen Aktivitäten über kirchliche Jugendarbeit bis hin zu schlichtem Chillen. Dabei sei das Interesse, sich zu engagieren, groß.
Tobias Anlicker formulierte anschließend die Wünsche und Anregungen, die zusammengetragen wurden. Schwerpunkte lagen dabei auf einem gut zu erreichenden Bolzplatz, der Sanierung der Skaterbahn und Treffpunkte, von denen man nicht gleich wieder vertrieben wird.
Daniel Orth erläuterte konkrete Vorschläge, wie die Wünsche realisiert werden könnten. Beispielsweise könnte die Skaterbahn in einer 72-Stunden-Aktion saniert werden.
Drei Gruppen – drei Themen lautete der nächste Arbeitsschritt für die Anwesenden. Intensiv wurde dabei über die Themen „Projektbezogene Beteiligungen“,“ Kommunikation und Dialog“ und „Entwicklung von Ganztagsschulen“ als Schulthema. Als übergreifendes Thema für alle wurde die „Toleranz der Bürgerschaft zu ihren Kindern und Jugendlichen“ erörtert. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass manches in der Vergangenheit schon auf den Weg gebracht wurde, manches kann zumindest Probeweise angeboten werden. Dringend gelöst werden muss allerdings das Problem, dass Plätze, an denen sich Jugendliche aufhalten, in den allermeisten Fällen am anderen Morgen einer Müllhalde gleichen. Bevor dieser Missstand nicht beseitigt ist, ist ein Bereitstellen von Plätzen zum Chillen kaum einzufordern.
Udo Wenzel brachte es deutlich auf den Punkt. Für Vereine, Verbände, politische oder kirchliche Gemeinden gilt: Kinder undJugendliche sind ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft. Wir können ihnen ihren Platz nicht verweigern und darauf bauen, dass sie sich dann als Erwachsene plötzlich für das Gemeinwohl verpflichtet fühlen. Sie sind Recourcen, auf die zu verzichten sich niemand leisten kann.
Es gibt sie nicht – die Jugendlichen. Genauso wenig wie – die Erwachsenen. Auf beiden Seiten gibt es Gruppen, die viele oder gar keine Probleme bereiten. Doch mit einem gesunden Maß an Toleranz und Dialogbereitschaft auf beiden Seiten muss es möglich sein, die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen in Neuenburg zu einem Miteinander zu vereinen.
Bis jetzt haben 188 Kinder und Jugendliche am Onlinevoting teilgenommen, so Wolfgang Gerbig. Davon sind 130 Stimmen mit der jetzigen Situation zufrieden. Man ist also auf einem guten Weg. Das Onlinevoting läuft noch. Unter www.deinestimme.jugendnetz.de ist eine Teilnahme weiterhin möglich. (al)