Tourismusprojekt „Mythische Orte am Oberrhein“
Möglich wurde die Fortsetzung dieses Tourismusprojekts durch eine erneute Förderung aus dem EU-Programm INTERREG Oberrhein. Auch der erste Band des Buches „Mythische Orte am Oberrhein“ wurde durch den Christoph Merian Verlag Basel wieder aufgelegt.
Die Stadt Neuenburg am Rhein gehört zu den Kofinanzierern des Projektes. Die Heilig-Kreuz-Kapelle mit ihrem wundertätigen Kreuz ist seit Projektbeginn im Jahr 2006 einer der 22 mythischen Orte. Die Kapelle liegt am südlichen Ortseingang (L 134) und ist über einen ausgeschilderten Radweg bequem zu erreichen.
Anknüpfend an das erste Projekt von 2006/2007 hat der Verein mit seinen Mitgliedern und Partnern seine 22 mythischen Orte fit gemacht für die grenzenlose Entdeckungsreise auf umweltfreundliche Art. Im Mittelpunkt stehen deshalb Radfahren – für Sportliche per Muskelkraft, für Genießer per E-Bike - und Wandern. Dafür wurden die Broschüre und die Homepage grundlegend überarbeitet.
Broschüre und Homepage - Schwerpunkt Radfahren und Wandern
Mit 72 Seiten bietet die Broschüre nun noch mehr touristische Informationen, interessante Hinweise auf andere Sehenswürdigkeiten sowie jeweils eine Anregung für eine kleine Wandertour um den Mythischen Ort. Am Schluss gibt die Broschüre mit acht Vorschlägen für Radtouren mit Streckenprofil einen kleinen Vorgeschmack auf die Nutzungs- und Leistungsmöglichkeiten des neuen Internetauftritts.
Die Homepage www.mythische-orte.eu informiert ausführlich mit vielen Details über die einzelnen Touren. Hier findet der Benutzer ein trinationales Informations- und Navigationssystem auf einheitlicher Kartengrundlage für Radfahren und Wandern. Speziell für das Projekt „Mythische Orte am Oberrhein“ wurde auf der Grundlage von Open-Source-Software eine eigenständige, grenzüberschreitende Kartografie entwickelt. Landesgrenzen wurden in den Hintergrund gesetzt, um eine durchgehende Tourenplanung zu ermöglichen. Enthalten sind spezielle Informationen zu den Orten und Regionen, ein plastisches Kartenbild mit Farbmodell im Hintergrund ergänzt die Darstellung. Benutzerfreundlich ist auch eine individuelle Tourenplanung zu den Mythischen Orten. Der Tourist kann dabei denselben Service mit Längenangaben und Streckenprofil der Tour nutzen, wie bei den vorhandenen Vorschlägen. Auch Ausflüge zu anderen touristischen Punkten im Bereich der Mythischen Orte können mit dieser Navigation angezeigt und geplant werden.
Ergänzt wird der Service für Radfahrer mit Hinweisen auf E-Bike-Lade-stationen und E-Bike-taugliche Strecken.
Die einzelnen Mythischen Orte werden ebenfalls ausführlich beschrieben und mit beeindruckenden Bildern dargestellt.
Neu in der technischen Realisation der Website ist auch die automatische Anpassung der Darstellung auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten, wie i-Phone und Android-Smartphones.
Aufwändige Vorarbeiten mit Einbeziehung von Gästen der Region
Begonnen hat der Verein bereits 2010 mit der mehrmonatigen Erarbeitung einer trinationalen Evaluation als Grundlage für die erfolgreiche Einführung und größtmögliche Akzeptanz von E-Bikes und E-Bike-Touren durch zwei Studentengruppen. Sie fragten Touristen in den drei Ländern der Region nach ihren Wünschen und Bedürfnissen in Bezug auf das geplante Projekt.
Im Ergebnis konnten die Studenten eine große Bandbreite beachtenswerter Kriterien liefern, die in die laufende Projektentwicklung einbezogen wurden. Daraus entwickelte die Projektleitung mit dem trinationalen Marketingausschuss des Vereins eine Handlungsempfehlung, die auch für weitere ähnliche touristische Vorhaben im Oberrheinraum als Basis dienen könnte.
Diese und die lokalen Routenvorschläge aller Projektpartner bildeten die Basis für die Festlegung der Touren und die Testfahrten vor Ort durch Profis.
Ein grenzüberschreitendes Gemeinschaftswerk vieler Partner
Das Projekt startete bereits im November 2010 und soll im Oktober 2012 beendet werden. Es ist ein trinationales Gemeinschaftswerk aller Mitglieder des Vereins.
Für die Projektleitung verantwortlich sind Karin Kupka, die als Leiterin der Touristinformation für die touristischen Inhalte zuständig ist, sowie Carola Müller, Europabeauftragte der Stadt Lörrach, die sich um die verwaltungs-technische und organisatorische Seite kümmert.
Grundlage für das Gesamtprojekt bilden wieder die beiden Bände des Basler Christoph Merian Verlages „Mythische Orte am Oberrhein“. Der Verlag hat in diesem Frühjahr den ersten Band in der dritten Auflage wieder veröffentlicht. Jeweils mehr als 40 Orte mit ihren Geschichten und Legenden in der Nordwestschweiz, im Elsass und in Südbaden haben die beiden Autoren Edith Schweizer-Völker und Martin Schulte-Kellinghaus in ihren reich bebilderten Büchern zusammengetragen und ausführlich beschrieben.
Mit seinem Projekt konnte der Verein Mythische Orte am Oberrhein e.V. auch die INTERREG-Arbeitsgruppe in Strasbourg zur Förderung aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung – EFRE) überzeugen. Bei einem Gesamtvolumen von 321.530 Euro erhält der Verein eine Förderung von 118.885 Euro aus Mitteln des Programmes INTERREG IV Oberrhein.
Eine wesentliche Voraussetzung für diese Förderung ist die Beteiligung französischer Partner. Dank der erneuten Zusage von Charles Buttner, Präsident des Conseil Général du Haut-Rhin, konnte der Weg für eine Beteiligung Mythischer Orte im Oberelsass sowie des elsässischen Tourismusverbandes Oberrhein frei gemacht werden. Im Elsass konnte auch gleich zu Beginn der Projektlaufzeit mit der Gemeinde Soultzmatt ein weiteres Mitglied gewonnen werden.
Mit insgesamt 83.760 Euro fördern auch die Schweizerische Eidgenossenschaft sowie die Kantone Basellandschaft und Basel Stadt dieses Projekt. Die Partner beteiligen sich mit einem finanziellen Beitrag von 2.000 Euro sowie personellen Leistungen. Projektträger ist der Verein „Mythische Orte am Oberrhein e.V.“ unter der Leitung von Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm.
Weitere Kooperationen im Rahmen des Projekts gibt es mit der Schwarzwald Tourismus GmbH, dem Naturpark Südschwarzwald e.V., der Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz e.V., der Karlshochschule International University Karlsruhe und der Pilgermission St. Chrischona.
Ein zukunftsträchtiges Projekt
Auch nach dem Ende der Förderung durch INTERREG IV Oberrhein im Oktober 2012 wird die Arbeit an diesem touristischen Projekt weitergehen. Deshalb planen die Projektpartner, die Radtouren grenzüberschreitend und flächendeckend mit Radverleih und Akkustationen für E-Bikes auszustatten. Ferner sollen weitere Mitglieder und Partner in der Oberrhein-Region gewonnen werden, um die touristische Attraktivität der trinationalen Region und das damit verbundene Angebot an Kultur und Geschichte sowie die eher genussorientierte Variante des Radfahrens auch künftig zu verbessern.